Die Königin der Blühpflanzen

Die Rose war schon immer die Königin der Blühpflanzen. Sie ist auf der einen Seite mit Dornen bewehrt und weiß sich dadurch vor zu forscher Aufdringlichkeit zu schützen, hat aber auf der anderen Seite wunderschöne zarte Blüten mit einem oft betörenden Duft. Die Rose als Geschenk ist mit dem Gefühl der Wertschätzung oder gar der Liebe verbunden.

Daher stellen Rosen im Garten immer einen Höhepunkt dar, zumal sehr viele Sorten den ganzen Sommer durchblühen, was ihren Wert für die Gartengestaltung noch erhöht. Durch intensive Bemühungen der Züchter gibt es heute Rosen für fast alle Verwendungszwecke und in der richtigen Farbe, ob kriechend, kletternd, als Klein- oder Großstrauch, ob in Weiß, Rot, Rosa, Gelb oder sogar in Blau und Schwarz. Bei richtigem Standort und mit der richtigen Pflege werden Sie jahrzehntelang Freude an dieser Pflanze haben. Unsere geschulten Mitarbeiter beraten Sie gern.

Wann man Rosen schneiden muss

„Der Schnitt richtet sich in erster Linie danach, ob die Rose am mehrjährigen Holz blüht oder am diesjährigen, also an den Trieben, die erst im Laufe des Frühjahrs wachsen.

Bei den besonders beliebten Edel- und Beetrosen ist der Rückschnitt lebensnotwendig. Denn sie blühen, anders als beispielsweise Kletterrosen, nur am diesjährigen Holz. Nur die jungen und weichen Triebe bilden also eine Blüte aus. Wann genau man zur Gartenschere greifen muss, hängt stark von den örtlichen Witterungsbedingungen ab. Statt an einem bestimmten Datum sollten sich Rosenbesitzer also lieber an der übrigen Vegetation orientieren: Wenn die Forsythien in voller Blüte stehen, ist es auch Zeit für den Rosenschnitt.

So sollte man die Rosen schneiden

Dafür sollte man unbedingt eine scharfe Schere verwenden, um Quetschungen des Gehölzes zu vermeiden. Zuerst entfernt man die kranken, abgestorbenen und nach innen wachsenden Triebe. Danach macht man sich an den eigentlichen Rückschnitt. „Geschnitten wird grundsätzlich auf ein nach außenzeigendes Auge. Den Schnitt setzt man etwa einen halben Zentimeter über dem Auge an. „Die Schnittstellen selbst sollten schräg und circa einen halben Zentimeter über dem gewähltem Auge liegen.“ Um die Schnittwunde so klein wie möglich zu halten, sollte man die Schere aber nur leicht schräg ansetzen – gerade so, dass Regentropfen gut ablaufen können, so dass die Nässe die offene Schnittfläche nicht faulen lässt.

Faustregel für den Rosenschnitt

Für die Intensität des Rückschnitts gilt eine einfache Faustregel: Schwach wachsende Rosensorten werden stark zurückgeschnitten, starkwachsende werden weniger gestutzt. „Je stärker man eine Rose schneidet, desto kräftiger ist der Neuaustrieb“. Wer dieses Wachstumsgesetz beim Rückschnitt beachtet, kann seine Rosen damit auch zur gewünschten Wuchsform erziehen: Ein starker Rückschnitt, der nur drei bis vier Augen am Haupttrieb übrig lässt, fördert die Ausbildung weniger, dafür aber längerer und stärkerer Triebe. Umgekehrt wächst die Rose bei nur leichtem Rückschnitt, bei dem sechs bis acht Augen am Haupttrieb verbleiben, buschiger. Es bilden sich mehr Triebe, diese wachsen aber dünner und kürzer.

Intensität des Rückschnitts individuell an die Rose anpassen

Darüber hinaus sollte man die Stärke des Rückschnitts auch davon abhängig machen, wie vital sich die einzelne Rose im vorangegangenen Jahr präsentiert hat. „Hat eine Rose im letzten Jahr nur wenige schwache Triebe entwickelt, wird sie kräftig zurückgeschnitten“, erklärt Heiko Hübscher vom Rosengarten Zweibrücken auf den Webseiten der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde. Je weniger „Altholz“ die ohnehin geschwächte Pflanze zu versorgen habe, desto leichter gelinge es ihr, wieder neu auszutreiben. „Eine geringe Entwicklung deutet auf Wurzel- oder Nährstoffprobleme hin“, erklärt der Rosenexperte weiter. Die Pflanze verträgt nun also etwas mehr Kompost und Dünger.

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Wachsen die Rosen hingegen zu üppig, empfiehlt Hübscher das genau gegenteilige Vorgehen. Ein starker Rückschnitt ist nicht angeraten. „Je stärker Sie solch eine kräftige Rose zurückschneiden, umso stärker treibt sie aus den wenigen verbliebenen Knospen aus.“ Statt dessen sollte man die Düngung in diesem Jahr um etwa ein Drittel reduzieren, damit die Rose wieder sortentypisch wächst. „Alle Neupflanzungen werden bei uns bodeneben abgeschnitten“, so Hübscher. „Es verbleiben noch fünf Zentimeter des ersten Holzes, das die Rose aus der Veredlungsstelle gebildet hat.“

Rosen müssen nicht nur einmal im Jahr geschnitten werden

Auch über die gesamte Gartensaison hinweg sollten Rosenbesitzer immer wieder mal zur Schere greifen. „Im Sommer werden bei den Rosen meist die abgeblühten Blüten abgeschnitten, der Fruchtansatz wird damit verhindert und ein zweiter Blütenflor unterstützt“.

Manche Experten gehen sogar noch einen Schritt weiter: „Um die Blühpausen zwischen den Blütenfloren zu verringern, empfiehlt es sich, etwa drei Wochen vor der ersten Blüte bei jedem vierten knospentragenden Rosentrieb die Blütenknospe sowie drei bis vier Blätter tief zurück zu schneiden“.